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Am 23.10.08 kamen bei den zweiten Moitzfelder Gesprächen erneut Eltern und Lehrerinnen/Lehrer miteinander zu einem Thema ins Gespräch, dass eine ‚Nahtstelle’ zwischen Elternhaus und Schule bildet: die Erziehung zu Medienkompetenz.

Die Moderatorin Amina Johannsen vom Medienzentrum Rheinland brachte die Ambivalenz des Themas zu Beginn der Veranstaltung auf den Punkt: Medien sind wie Schokolade – mit Bedacht konsumiert sind sie etwas Lustvolles und tun uns gut. Der Umkehrschluss gilt natürlich auch!

In einem kurzweiligen Vortrag des Medienpädagogen Thomas Welsch wurden Zahlen und Fakten präsentiert, die das Medienverhalten der Heranwachsenden dokumentierten. Nach dem Leitmedium Fernsehen im Grundschulalter sollten Eltern und Pädagogen auf einen raschen und radikalen Wechsel der bevorzugten Medien ihrer Kinder ab dem 12./13. Lebensjahr gefasst sein und mit begleitenden Maßnahmen reagieren.

‚Geerdet’ wurden die vorgetragenen Daten der KIM-Studie (Langzeitstudie zum Stellenwert der Medien im Alltag von Kindern) durch den Elternvertreter Magnus Schubert und den Lehrervertreter Gunnar Treitschke, die von ihren Erfahrungen und konkreten Beispielen des Umgangs mit Computer und Co. in Elternhaus und Schule erzählten. Gundi Hebborn stellte die Ausrichtung ihrer Dienststelle Vorbeugung/Opferschutz bei der Polizei Bergisch Gladbach dar. Wie wohl schon zu allen Zeiten und in allen Generationen unternehmen Jugendliche Grenzgänge zwischen ‚nicht mehr ganz legal und noch nicht ganz verboten’ und bedienen sich dabei selbstverständlich auch ihrer Medien. Welche Tragweite aber etwa unlautere Veröffentlichungen im www haben, ist ihnen meist kaum bewusst. Daher setzt die Polizei in diesem Bereich auf die Ausbildung von Empathie und auf Bewusstseins-bildung.

Stimmen und Stimmungen aus dem Auditorium ließen am Schluss das Fazit der Veranstaltung erkennen: Das Thema ist brisant, fordert von allen an Erziehung und Bildung Beteiligten eine entschiedene und am besten auch miteinander abgestimmte Begleitung der Heranwachsenden und nahezu die Pflicht, sich mit den Freizeitmedien der Kinder theoretisch und praktisch auseinanderzusetzen. Hierzu bleiben Fragen offen, denen wir uns zuwenden werden.


Einen Wermutstropfen gab es auch: Die Veranstaltung hätte weit mehr als die etwa 40 Besucher verdient gehabt, zumal die Wahl des Themas im Vorfeld auf breite Zustimmung gestoßen war. Auch hierzu sollten wir uns bei der Reflexion der Moitzfelder Gespräche austauschen. Meinungen sind jederzeit erwünscht!

 



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